Kjurte

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Für Jurtenland, von Moritz Keppel (mogge)

Die Kjurte ist ein Zwischending zwischen einer Kohte und einer Jurte, daher der Kunstname Kjurte. Unser Stamm verfolgt mit der Wahl seiner Zelte bewusst pädagogische Ansätze: Sippen nutzen die Kohte als Zelt. Sie ist auf Fahrt teilbar, jeder schleppt seinen Anteil am Gemeinschaftszelt. Man muss sich koordinieren und das benötigte Material (Stangen, Kreuz, Heringe) selbständig im Wald schlagen. Wölflinge schlafen im Weißzelt. Es hat einen Boden und man säuft somit nicht so schnell ab. Der Wechsel in die Pfadfinderstufe wird dann bewusst als Wechsel empfunden – jetzt darf man endlich auch die tollen Kohten nutzen, die man vorher nur auf den Zeltlagern gesehen hat. Die Jurte nutzen wir als Versammlungszelt für den ganzen Stamm.

Für längere Standlager hätte ich also gerne eine Kohte, die etwas mehr Komfort bietet. Eine Jurte ist allerdings zu groß für nur eine Sippe. Außerdem ist die Jurte ja dem Stamm als Versammlungszelt vorbehalten.

So kam ich auf die Idee, angeregt durch das Kahlsche Handbuch, ein „Zwischending“ zwischen Kohte und Jurte aufzubauen. Rein technisch handelt es sich um eine Fünfer-Jurte, die nur über ca. halbhohe Seitenbahnen verfügt. Für unsere Jurten nutzen wir dreiteilige Seitensteckstangen. Ich habe einfach nur zwei der drei Teile benutzt. Der Aufbau erfolgte wie bei einer normalen Jurte.

Hier ein paar Maße, an der Innenstange (Einbaum) abgemessen:

  • Länge Boden-Höhe des Rauchloches: 195 cm
  • Länge Boden-Karabiner der Jurtenspinne: 263 cm
  • Länge Karabiner der Jurtenspinne-Bund: großzügige 85 cm (weniger geht natürlich auch)

Aufgrund der halben Höhe der Seitenbahnen müssen diese nach innen eingeschlagen werden. Wir haben überwiegend Viereckbahnen im Bestand (zwei Quadratbahnen ergeben eine Viereckbahn). Ich würde sagen, dass sich Quadratbahnen bei dieser Konstruktion besser eignen, da sie sich leichter einschlagen lassen. Die längeren Viereckbahnen hängen wegen der Seitenstangen teilweise nach außen und lassen sich nur schwer nach innen einschlagen. Dies bildet einen neuralgischen Angriffspunkt bei Regen.

Der Aufbau verlief gut und ist auch mit nur einer Person gut zu bewerkstelligen (jedenfalls habe ich es hinbekommen...). Der Platz ist für eine Sippe mit Gepäck und Feuer wirklich ausreichend.

Allerdings hat die Kjurte auch Nachteile: Sie ist sehr materialintensiv. Entweder benötigt man eine Kohte plus weiterer Kohtenbahn, zuzüglich der Quadrat- oder Viereckbahnen. Oder man nimmt eine 6er-Jurte und nimmt eine Kohtenbahn und eine Viereckbahn weg. Allerdings benötigt man statt der 6er-Spinne eine 5-er-Spinne. Alternativ kann man sich auch ein Kreuz aus Holz basteln – was aber wegen des Pentagons schwierig ist. Ich erinnere ein Sippenführerhandbuch des Hamburger VCP-Stammes St. Andreas, welches so ein Kreuz detailliert beschrieben hat. Leider befindet sich das Buch nicht mehr in meinem Bücherbestand.

Bei einem Sommerlager würde ich künftig gleich eine 5er Jurte für eine Sippe aufbauen – wenn es denn der Materialbestand zulässt. Die halbhohe Konstruktion eignet sich vielleicht besser für die kalte Jahreszeit; man bekommt das Zelt aufgrund der niedrigeren Höhe schneller beheizt. Außerdem zieht es von unten nicht hinein (wegen der verkürzten Seitenstangen).