Die Kohte im Katalog des Rüsthaus St. Georg 1933

Aus Jurtenland-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Quelle: Stankt Georg, Rüsthaus Deutscher Jungenbünde, Plauen i.V., Jahresbericht 1933

Erstmals im Jahr 1933 wirbt auch das Rüsthaus Deutscher Jungenbünde, Stankt Georg in seinem Katalog (genannt Jahresbericht) für die Kohte. Auf Seite 17 findet sich folgender Hinweis:

Seit April liefern wir auch Kohtenstücke zum Bau der Lappenkohte. Aus drucktechnischen Gründen berichten wir hierüber in einer Anlage, die als Seite 97 und 98 nicht am Ende des Heftes sondern in der Mitte der Preisliste nach Seite 48 geheftet wurde. Diese Anlage Seite 97 - 104 geht nur einem ausgesuchten Kreis der Jugendbünde zu.

Seite 97

Auf der besagten Beiheftung für ausgewählte Bünde findest du einen Bericht, der die Kohte bewirbt und auch einige Details enthält.

Seite 98 und 99

Angeboten werden in dieser Ausgabe im Jahr 1933 lediglich Kohtenstücke, Ornamentstreifen, Moleskin zum selber nähen sowie Zeltbahnknöpfe und Ösen.

Die Kohte

Seit Jahren sind in den deutschen Jungengruppen, die eine gewisse Eigenkultur aufweisen, Versuche in Gange, die Militärzeltbahnen durch für die Zwecke des Jungenbundes geeignete Zelte zu ersetzen. Beim Militär ist das Zelt nur Notlager und wird nur in besonderen Fällen aufgeschlagen. Selbst im Kriege ist der Führer der Truppe immer darauf aus, für seine Leute festgebaute Unterkunft zu beschaffen.

Der Jungenbund aber lebt oft wochenlang im Zelt und es ist daher nur allzu natürlich, daß unsere Zelte als Wohnzelte nicht nur einfache notdürftige Schlafzellen sein sollen, sondern wir wollen, daß unsere großen Zelte wirkliche Heimstätten werden, in denen die Buben nicht nur einen Unterschlupf finden, sondern in dem sie sich wohlfühlen und in dem sie, wenn es draußen stürmt und weht, behaglich um das gemeinsame offene Zeltfeuer sitzen können.

Nachdem schon eine Reihe besonderer Zeltformen herausgestellt sind, so das amerikanische Spitzzelt, das Indianertipi, große Versammlungszelte, brachte die deutsche autonome Jungenschaft unter Führung von tusk im Jahre 1930 von ihren Fahrten aus Lappland als neue Form des Feuerzeltes die Lappenkohte mit. Nach jahrelangen Versuchen und Proben kann heute festgestellt werden, daß mit der Lappenkohte eine Zeltform gefunden ist, die die Ansprüche, die der eigenwillige Jungenbund an ein großes Feuerzelt stellt, weitgehend erfüllt.

Die Lappenkohte bringt im wesentlichen folgende Vorzüge: Große Geräumigkeit, bequeme Transportmöglichkeit, Regensicherheit. Dazu kommt insbesondere die Möglichkeit des Zeltfeuers. In der Lappenkohte kann Tag und Nacht ein offenes Feuer unterhalten werden, sodaß das ganze Jahr hindurch in Kohten geschlafen werden kann. Zu all dem kommt noch, daß die Kohte in ihrer Größe und Ruhe sich gut in unsere deutsche Landschaft einpaßt.

Auf Wunsch derer, die den Gedanken der Kohte in Deutschland zuerst vertreten haben, wird die Kohte nur in dunklen Farben gefertigt und zwar im wesentlichen in schwarz. Wir bitten alle diejenigen, die die von uns jetzt herausgebrachten Kohten nachahmen oder sie selbst anfertigen, diese dunklen Farben beizubehalten, damit die Einheitlichkeit der Lappenkohte in der deutschen Landschaft gewahrt bleibt.

Die Kohte besteht aus vier Kohtenstücken. Jedes Kohtenblatt hat die Form eines regelmmäßigen Fünfeckes (Abbildung 1). Das Kohtenstück ist 2,60 m hoch und die untere Kante ist zwei mal 1,65 m breit. Die Knöpfe und Knopflöcher sind so angeordnet, daß an die untere Kante bequem eine deutsche Militärzeltbahn angeknüft werden kann. Auf diese Weise können Kohtenstücke gut mit deutschen Militärzeltbahnen verbunden werden und jeder, der mit Zeltbahnen umzugehen weiß, wird selbst bald erkennen, wie nützlich ein Kohtenstück beim Aufbau eines einfachen Firstzeltes sein kann.

Die einfache Verbindung von Kohtenstück und Militärzeltbahn ist das Zweimannzelt (Abb. 2): Ein geschlossenes Zelt aus einem Kohtenstück und einer Militärzeltbahn. Das fertige Zelt hat die Form einer achteckigen abgestumpften regelmäßigen Pyramide von etwa 2,20 m Höhe, 2,60 Seitenlinie bei einem Zeltradius von etwa 1,80 m und einem verfügbaren Raum von etwa 12 qm. Die Kohte ist also etwa ebenso geräumig wie das Zwölferzelt.

Die vier Kohtenstücke sind an den Rändern mit doppelten Knöpfen und doppelten Knopflöchern versehen und werden ebenso übereinander geknöpft wie Militärzeltbahnen. Das Feuerzelt stützt man entweder mit vier Tipistangen oder zwei Tipistangen mit zwei Kreuzstäben oder man hängt es auf. Auf Verlangen werden die Kohten noch mit einem leeren Ornamentstreifen in 30 cm Breite zum Bemalen geliefert.

Der Ornamentstreifen wird in den Farben weiß, silbergrau, rot, hellblau oder stahlblau angeboten. Kosten für ein Kohtenstück liegen bei 15,80 Reichsmark, die ganze Kohte kostet 55,20 Reichsmark. Der Ornamentstreifen lediglich 1,15 RM

Der gesondert angebotene Stoff liegt 128 cm breit und kostet je Meter 2,10 RM Für ein Kohtenstück werden sechs Meter empfohlen.